Vereinsleben im Krieg

1917 (LP 20.1.1917) waren dreiviertel aller Mitglieder „zur Fahne gerufen“, so dass anscheinend kaum noch ein Vereinsleben stattfand. Die noch in der Heimatverbliebenen Mitglieder brachten nicht das notwendige Interesse auf „die bisherigen Errungenschaften und Leistungen der Kriegervereine auf der Höhe zu erhalten, sie zu steigern, zu fördern“; es fehlte an Geld und aktiver Mitarbeit. Neue Mitglieder wurden nicht aufgenommen. Die Mitgliederzahl betrug 364. Drei Kameraden waren gefallen, 185 Mann waren eingezogen. Vorträge stießen nicht auf die erhoffte Resonanz. Unterstützungen der Krieger-Familien stellten einen Schwerpunkt der Arbeit dar. Später wurde auch die Bibliothek des Kriegervereins durch Zukauf vermehrt sowie Lichtbildervorträge geplant.

Der Mitgliederbestand des Vereins zum 1.2.1918 betrug 341 Männer (im Vorjahr: 356), gefallen waren zwei Männer (Leutnant Schirneker und Landsturmmann Davidsohn). Im Feld befanden sich 196 Kameraden. Neuaufnahmen wurden nicht verzeichnet. Veranstaltungen zu Gunsten des Kriegerdankes (Filmvorführung, Konzert) wurden durchgeführt und die Mitglieder zu verstärkter Werbung für das Projekt angehalten. Zwischenzeitlich wurden die ohnehin nur schwach besuchten Versammlungen ganz ausgesetzt. Erst nach dem Krieg war wieder eine Teilnehmerzahl von 70 Personen erreicht (LP, 18.2.1919). Die Verteilung des Kriegerdankes war dabei eine wesentliche Nachkriegsaufgabe, 723 Anträge waren gestellt worden.